Affenschutz in Afrika
Affenwaisenhaus in Kamerun
Am Fuß des Kamerun-Berges liegt das Limbe Wildlife Centre (LWC), eine Zuflucht für rund 200 Affenwaisen, darunter Schimpansen, Gorillas, Drills, Mandrills, Paviane, Meerkatzen und andere Arten. Seit 1999 unterstützt Pro Wildlife die Versorgung und Pflege der Schützlinge. Fast alle wurden Opfer skrupelloser Wilderer. Im Affenwaisenhaus sorgen die Biologin Simone de Vries und ihre 32 einheimischen Mitarbeiter rund um die Uhr für die liebevolle Betreuung und medizinische Versorgung der Tiere.
Hilfe benötigt
Die Schützlinge können nur mit finanzieller Hilfe aus demAusland versorgt werden. Pro Wildlife hilft mit seinem Patenschaftsprogramm, Affenwaisen zu retten und die Station weiter auszubauen. Doch ständig werden neue Tiere nach Limbe gebracht: das Affenwaisenhaus platzt aus allen Nähten. Manche Tiere sind noch in Käfigen untergebracht. Es fehlen Mittel, um weitere Freigehege zu bauen. Auch die medizinische Versorgung ist kostspielig. Bitte helfen Sie jetzt mit Ihrer Spende.
Wilderei bedroht Affen
Auf dem Papier sind Gorillas, Schimpansen und Drills streng geschützt. Doch nach wie vor sind Affen eine begehrte Beute – ihr Fleisch gilt als Delikatesse und wird gut bezahlt. Wilderer schlachten in den Wäldern Afrikas ganze Affenfamilien ab. Weil die Babys nicht genug Fleisch geben, wird der hilflose Nachwuchs einem ungewissen Schicksal überlassen oder als Spielzeug oder Haustier verkauft. Pro Wildlife ermöglicht Anti-Wilderer-Einsätze in Zentralafrika, um den illegalen Handel mit Affenfleisch und lebenden Tieren in Kamerun zu unterbinden.
Rettung für die Opfer der Wilderei
Die Station nimmt laufend neue Affenbabys auf. Meist sind sie in einem erbärmlichen Zustand: krank, verletzt und traumatisiert. Erfahrene Tierärzte und Pfleger betreuen die Tiere, bis sich ihr Zustand stabilisiert hat und sie neuen Lebensmut fassen. Nach einigen Wochen werden die Affenkinder in Gruppen mit Artgenossen eingegliedert, wo sie in natürlicher Umgebung eine neue Heimat finden.
Affenkinder und ihre Geschichte
Ein Nesthäkchen im Affenwaisenhaus und der Liebling aller Mitarbeiter ist das Gorillamädchen Bolo. Ein Beamter befreite das winzige Gorillababy Ende 2007 von einem Wilderer, der es verkaufen wollte. Mit Hilfe der kamerunischen Armee wurde Bolo quer durch Kamerun transportiert, damit sie in der Auffangstation medizinisch versorgt und rund um die Uhr betreut werden konnte. Zunächst kümmerten sich ihre menschlichen "Pflegemütter" Sandy und Tricia liebevoll um die Kleine. Seit Herbst 2008 lebt Bolo in der kleineren der beiden Gorillagruppen: Gorillamädchen Abby, selbst noch im Teenager-Alter, kümmert sich rührend um ihren kleinen Schützling. Obwohl auch sie viel zu früh ihre Familie verlor, weiß sie offenbar instinktiv, dass sie Bolo beschützen muss.
Als Schimpansenjunge Eboko auf einem Markt gefunden wurde, wog er nur knapp vier Kilogramm – viel zu wenig für ein einjähriges Schimpansenkind. Apathisch lag er auf einem alten Sack, die Augen weit aufgerissen. Der Tierhändler riss das ausgehungerte Wesen an einem Arm hoch und bot ihn zum Verkauf an. Eboko wurde von Polizisten beschlagnahmt und in das Affenwaisenhaus gebracht. Als Erstes wurden die Schusswunden versorgt, wobei einige Kugeln in dem kleinen Körper bleiben mussten, da sie zu tief stecken. Es zeigte sich zudem, dass Ebokos linkes Bein gebrochen war – der Schimpanse muss eine wahre Tortur hinter sich haben. In den ersten Wochen litt er zudem unter Alpträumen. Tag und Nacht kümmerte sich eine Pflegerin um das Affenkind, bis es in die Schimpansen-Krabbelgruppe eingegliedert werden konnte.
Das Meerkatzenmädchen Ebo war erst sechs Wochen alt, als es nach Limbe kam. Ein Jäger hatte Ebo einer Frau geschenkt, die es glücklicherweise dem Affenwaisenhaus anvertraute. Ebo brauchte zunächst viel Zuwendung, ist aber inzwischen zu einer neugierigen und sehr verspielten jungen Rotohr-Meerkatze herangewachsen. Nachdem sie Gesundheits-Checks und Quarantänezeit überstanden hat, wurde sie in die Meerkatzen- gruppe integriert. Auch hier nahmen sich umgehend ältere Tiere liebevoll der Kleinen an.
Aufklärung als Investition in die Zukunft
Das Limbe Wildlife Centre will mehr sein als eine Auffangstation. Neben der Rettung von Wildtieren hat es sich vor allem zur Aufgabe gemacht, die Menschen über die Bedrohung der Affen zu informieren und sie für deren Schutz zu motivieren. Die Urwaldhänge des Kamerun-Berges beherbergen eine unvergleichliche Artenvielfalt, darunter bedrohte Nigeria-Schimpansen, Preuss-Meerkatzen, Waldelefanten und Zwergkrokodile. Diese Einzigartigkeit der Natur soll den jährlich über 40.000 einheimischen Besuchern vermittelt werden. Turbulent geht es jeden Samstag bei Lehrer Wilson und seinen Schülern im Nature Club zu. Mit Spielen und Gesang vermittelt Wilson Achtung vor der Natur und allen Lebewesen. Führungen, Theaterstücke und wechselnde Aufklärungskampagnen sorgen dafür, dass sich langfristig etwas in den Köpfen der Menschen ändert – auch bei den Erwachsenen.
Ein ganz normaler Samstagmorgen
Nachdem Projektleiterin Simone de Vries ihre Runde durch die Gehege gemacht hat, bespricht sie mit Küchenchefin Eveline den Speiseplan für die kommende Woche. Etwa 200 Affen wollen mit abwechslungsreicher Kost versorgt werden, mit frischem Obst, Joghurt, Erdnüssen oder Reis mit Bohnen. Nicht nur ausgewogen und naturnah muss das Nahrungsangebot für die Tiere sein: Die aktive Suche nach begehrten Leckerbissen soll sie außerdem beschäftigen, und nicht zuletzt wird so manche Pflanze auch verzehrt, weil sie heilende Kräfte besitzt. Deshalb sammeln die Gorillapfleger Jonathan, James und Bama regelmäßig Aframomum am Fuße des Kamerun-Berges. Die Gorillas lieben die Früchte dieses Ingwergewächses nicht ohne Grund: Forscher entdeckten, dass die Pflanze einen entzündungshemmenden Wirkstoff produziert, der die Immunabwehr stärkt.
Immer wieder berichtet die Presse über das Schicksal der Affenkinder, so auch die Bild der Frau (52/2008).




