Gorillawald schützen
Bienen sollen Gorillas retten
Im Kagwene-Schutzgebiet im Südwesten Kameruns leben die letzten Vertreter einer äußerst seltenen Art: Von den dort heimischen Cross-River-Gorillas gibt es weniger als 300 wildlebende Exemplare. Die laut Roter Liste der IUCN vom Aussterben bedrohte Unterart des Westlichen Gorillas lebt nur noch im Grenzgebiet zwischen Kamerun und Nigeria. Zersplittert in elf Populationen haben die friedliebenden Vegetarier im Kagwene-Wald eine Zuflucht gefunden, die es zu bewahren gilt. Das seit April 2008 unter Schutz stehende Gebiet steht sehr stark unter dem Druck menschlicher Nutzung. Deshalb wollen wir gemeinsam mit unserem Projektpartner vor Ort den dort ansässigen Menschen eine Alternative bieten.
Zusammen mit der Wildlife Conservation Society Cameroon (WCS) haben wir im aktuellen "Jahr des Gorillas" in sieben umliegenden Gemeinden Bienenzuchten aufgebaut. 21 Menschen aus diesen Gemeinden wurden in einem mehrtägigen Kurs angeleitet, wie man Bienenstöcke selbst baut, wie Wildbienen gehegt werden müssen und wie man sich bei der Honigernte vor Stichen schützt. Die Teilnehmer waren begeistert – der Grundstein für eine naturschonende Bienenzucht ist gelegt.
Wir versprechen uns von diesem Pilotprojekt zur Etablierung einer umweltfreundlichen Imkerei nicht nur, dass das Fällen von Bäumen für die Honiggewinnung (bisher die einfachste Möglichkeit, um an den begehrten Honig heran zu kommen) direkt reduziert wird. Durch das gezielte Einbinden von Jägern soll auch für diese eine alternative Einkommensquelle etabliert werden, die den Druck auf wildlebende Tiere durch Jagd und Wilderei reduziert.
Als nächster Schritt sind Kontrollbesuche im Gorilla-Wald geplant, um sicherzustellen, dass das Fällen von Urwaldriesen zur Honigernte wirklich unterbleibt. Wenn sich das Pilotprojekt in der Praxis bewährt, soll es in andere Gebiete als Teil umfassender Waldschutzmaßnahmen übernommen werden.


