Wilderei bekämpfen

Elfenbeinbeschlagnahmung©LAGAArtenschutzkriminalität ahnden

Artenschutzgesetze allein nützen wenig – wenn sie nicht eingehalten werden und der Staat dies duldet. Deshalb fördert Pro Wildlife Projekte in Afrika, die Wilderer, Tierschmuggler und korrupte Behörden überführen und dafür sorgen, dass Artenschutzdelikte strafrechtlich verfolgt werden. Pro Wildlife arbeitet eng mit der Anti-Wilderer-Organisation LAGA (The Last Great Ape Organization) mit Sitz in Kamerun sowie dem Artenschutzvollzugsprojekt PALF (Project to Apply the Law on Fauna) in der Republik Kongo zusammen und unterstützt beide finanziell. Der Initiator beider Projekte, Ofir Drori, will erreichen, dass die Wildtierschutzgesetze in Afrika endlich konsequent umgesetzt werden. Mit Erfolg: Unzählige Beschlagnahmen von Elfenbein über Löwenfelle bis hin zu lebenden Schimpansen, Hunderte Undercover-Einsätze, dutzende Verhaftungen und Verurteilungen sind seiner Initiative bereits zu verdanken. Viele Schmuggler-Spuren führen nach Ägypten, einem Umschlagplatz für den illegalen Handel mit Menschenaffen. Pro Wildlife und LAGA kämpfen gemeinsam dafür, dass endlich Handelssanktionen gegen Ägypten erlassen werden.

Ermittlungen in Kamerun

Nahezu jede Woche lässt das Team von LAGA Wilderer und Tierhändler in Kamerun auffliegen und z.B. lebende Affen, Stoßzähne, Elfenbeinschnitzereien, Affenfleisch oder Raubkatzenfelle beschlagnahmen. Im September 2009 half LAGA, in Kamerun 1,2 Tonnen Elfenbein zu beschlagnahmen - etwa 150 Elefanten waren hierfür getötet worden. Zwei Drahtzieher wurden verhaftet. Insgesamt konnte LAGA im Jahr 2009 28 kriminelle Tierhändler überführen und half neun lebende Affen, größere Mengen Affenfleisch und jede Menge Elfenbein zu beschlagnahmen.

Graupapageien Box©Limbe Wildlife CentreSchlag gegen die Wildvogelmafia: Unseren Partnern in Kamerun gelingen immer wieder Beschlagnahmen hunderter Graupapageien, die illegal ins Ausland geschmuggelt werden sollen. Seit Dezember 2007 wurden knapp 3.000  Tiere beschlagnahmt und in die Auffangstation Limbe Wildlife Centre gebracht – zuletzt kamen im Februar 2010 über 1.000 Graupapageien in die Station. Dort werden sie mühevoll aufgepäppelt: Das Gefieder der Tiere ist durch den brutalen Fang mit Leimruten oft verklebt, bei vielen Tieren sind die Flugfedern ausgerissen. Sobald die Papageien genesen sind, werden sie zurück in die Freiheit entlassen. Nur wenige Vögel, bei denen die Flugfedern zu stark geschädigt sind, bleiben als Dauergäste in der Auffangstation.

Gorilla Beschlagnahmung©RALFRazzien in der Zentralafrikanischen Republik

LAGA wurde zudem im Herbst 2009 erstmals in der Zentralafrikanischen Republik aktiv - und das mit Erfolg: Hier gelangen mit Hilfe der Behörden gleich zwei Operationen: Über 200 kg Elfenbein wurden beschlagnahmt und zwei kriminelle Elfenbeinhändler festgenommen - zum erstenmal seit das Land 1989 ein Gesetz zum Schutz von Wildtieren verabschiedete. LAGA will seine Razzien auch in weitere afrikanische Länder ausdehnen.

Anti-Wilderer-Einsätze im Kongo

Seit Herbst 2008 gibt es mit Unterstützung von Pro Wildlife auch in der Republik Kongo ein schlagkräftiges Anti-Wilderer-Team: PALF (Project to Apply the Law on Fauna). Bereits in den ersten drei Monaten fanden 60 verdeckte Einsätze statt. Die Ermittler konnten 42 Fälle vor Gericht bringen und 12 Verurteilungen wegen illegalem Tierhandel erwirken – ein Novum für das zentralafrikanische Land.

Im März 2009 wurde im Kongo erstmals ein Menschenaffenhändler zu einer Geld- und Haftstrafe verurteilt. Damit setzten die Behörden ein deutliches Zeichen gegen kriminelle Tierhändler, die bisher nicht viel zu befürchten hatten. Außerdem ließ PALF  auch 2009 mehrere Tierhändler auffliegen und konnte erneut zahlreiche Elfenbeinteile und Raubkatzenfelle beschlagnahmen lassen.

Wie arbeiten LAGA und PALF?

Um bestehende Schutzgesetze umzusetzen, arbeiten LAGA und PALF gleichzeitig an verschiedenen Fronten:

  • Verdeckte Ermittlungen: Agenten schleusen sich als Interessenten in Wildtierhändler-Kreise ein und ermitteln die Drahtzieher hinter den Geschäften mit lebenden Tieren, Wildfleisch, Trophäen und Elfenbein. Oft reichen Handelskontakte bis in die USA oder nach Europa.
  • Organisation von Razzien: LAGA- und PALF-Mitarbeiter bereiten die Zugriffe vor und organisieren den Ablauf. Sie sorgen dafür, dass den Behörden die entsprechenden Informationen vorliegen und dass die Beamten zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.
  • Gerichtliche Verfolgung: LAGA und PALF-Mitarbeiter helfen bei der Beweisaufnahme und sorgen dafür, dass Wilderer und Tierschmuggler vor Gericht kommen und verurteilt werden sowie dass sie nicht gegen Bestechungsgelder frühzeitig entlassen werden.
  • Medienarbeit: Die Erfolge im Kampf gegen den Wildtierhandel werden an die Medien geliefert. Solche Präzedenzfälle informieren die Öffentlichkeit, dass die Schutzgesetze jetzt ernsthaft umgesetzt werden und haben eine abschreckende Wirkung.