Wale und Delfine
Archaische Delfinjagd in Europa
Pro Wildlife fordert Stopp der Barbarei auf den dänischen Färöer-Inseln
München, den 3. Oktober 2007. Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober appelliert Pro Wildlife an die Regierung der dänischen Färöer-Inseln, die Jagd auf Delfine und Kleinwale umgehend zu verbieten. „Das Massaker an hunderten Tieren jährlich ist barbarisch. Mitten in Europa wird noch immer auf grausamste Weise Jagd auf kleine Meeressäuger wie die Weißseitendelfine gemacht – wider jegliche Vernunft und zum Schaden der Inselbewohner”, kritisiert Pro Wildlife-Sprecherin Sandra Altherr. „Die Färöer-Inseln sind modern und haben einen hohen Lebensstandard – das Argument, man bräuchte das Delfinfleisch, ist fadenscheinig.“
Nach internationalen Bestimmungen wie der Berner Konvention und der Konvention zum Schutz wandernder Tierarten sind Weißseitendelfine streng geschützt. Beide Abkommen hat Dänemark unterzeichnet. Auch die Internationale Walfangkommission, der Dänemark ebenfalls angehört, verurteilt die Delfinjagd auf den Färöer-Inseln wegen ihrer Grausamkeit. Die Färöer-Inseln jedoch berufen sich auf ihren semi-autonomen Status und stellen sich über internationale Vorgaben.
Bei der grausamsten Delfinjagd Europas werden unter anderem Weißseitendelfine getötet – bis zu tausend Tiere pro Jahr. Weißseitendelfine leben in Gruppen (Schulen) von bis zu 60 Tieren. Wenn eine Delfingruppe gesichtet wird, treiben Fischer und Dorfbewohner die Tiere in eine Bucht. Die Delfine werden mit Eisenhaken und Messern getötet – das Blutbad dauert oft Stunden. Die Jagd ähnelt einem Volksfest: Kinder bekommen schulfrei, Arbeitgeber beurlauben ihre Mitarbeiter, um diesen die Teilnahme an der Treibjagd zu ermöglichen. Das Delfinfleisch wird kostenlos an die Inselbewohner verteilt.
Delfinfleisch ist stark mit Quecksilber und PCB belastet. „Das Fleisch müsste eigentlich als Sondermüll entsorgt werden“, so Altherr weiter.
Bereits 1996 bewiesen Wissenschaftler, dass der Konsum des Delfinfleisches bei Kindern zu Gedächtnis-, Sprach- und Konzentrationsstörungen führt und die geistige Entwicklung Ungeborener schädigt. Die färingische Gesundheitsbehörde riet daraufhin Schwangeren, weniger Delfinfleisch zu essen. Dennoch halten die Färinger weiter an der blutigen Tradition fest.
Die Vereinten Nationen riefen 2007 zum „Jahr des Delfins“ aus. Pro Wildlife widmet seine Aktivitäten jeden Monat einer anderen Delfinart, um auf deren Bedrohung aufmerksam zu machen.

