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Gorillaschutz: „Industrieländer sind gefordert“

Fachtagung in Frankfurt: Gorilla-Experten suchen Rettungsmöglichkeiten für die bedrohten Menschenaffen

Berggorilla mit Nachwuchs in Ruanda©I.RedmondFrankfurt, 9. Juni 2009.  Am 9. und 10. Juni treffen sich im Frankfurter Zoo Regierungsvertreter,  Artenschützer und Forscher zu einem internationalen Symposium. Das Ziel: den Schutz der bedrohten Menschenaffen und ihres Lebensraums zu verbessern. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife appelliert an die europäischen Industriestaaten, sich stärker für den Gorillaschutz einzusetzen: „Die EU-Staaten müssen den Herkunftsländern mehr Geld und Knowhow zur Verfügung stellen und endlich den Handel mit illegalen Hölzern stoppen“, so Dr. Sandra Altherr, „Sonst wird es für die letzten Gorillas eng.“ Anlass des Expertentreffens in Frankfurt ist das “Jahr des Gorillas” der Vereinten Nationen. Einen Maßnahmenkatalog wollen die Experten in der „Frankfurter Erklärung“ zusammenfassen.

Industriestaaten sind in der Pflicht

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2009 zum Jahr des Gorillas erklärt. Auf dem Papier sind Gorillas streng geschützt, doch Wilderei und der Verlust des Lebensraums gefährden die großen Menschenaffen. „Die Maßnahmen zur Rettung der Gorillas dürfen wir nicht allein den meist armen Herkunftsländern aufbürden“, sagt Pro Wildlife-Sprecherin Dr. Sandra Altherr, die für die Artenschutzorganisation am Symposium teilnimmt. „Wir müssen die zentralafrikanischen Staaten darin unterstützen, die Schutzgesetze umzusetzen. Um den Vollzug zu verbessern, brauchen sie auch finanzielle Hilfe. “ Pro Wildlife unterstützt in Kamerun und in der Zentralafrikanischen Republik Kongo verdeckte Ermittlungen und Razzien gegen Wilderer- und Tierschmugglerbanden. Eine Auffangstation für beschlagnahmte Affenwaisen, ein umfangreiches Aufklärungsprogramm und Direktmaßnahmen zum Erhalt eines Reservates für die besonders bedrohten Cross-River-Gorillas in Kamerun ergänzen die Arbeit von Pro Wildlife vor Ort. Von Seiten der Industrieländer ist nach Ansicht von Pro Wildlife das Engagement bisher nicht ausreichend.

Hausaufgabe für die EU: Illegale Holzimporte stoppen

Ein wichtige Rolle bei der Rettung der letzten Gorillas kommt der Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags zu: Holzkonzerne roden im großen Stil die Regenwälder ab, die Gorillas verlieren ihren Lebensraum. Über die Trassen der Holzfäller dringen Wilderer in die letzten Rückzugsgebiete der Gorillas vor. Der Import dieses illegal geschlagenen Holzes in die Europäische Union ist noch immer erlaubt.  „Die wichtigste Maßnahme ist, dass die EU den illegalen Holzimport stoppt und endlich ein Urwalschutzgesetz verabschiedet. Die EU hat ihre Hausaufgaben bisher nicht gemacht und ist noch immer ein Einfalltor für illegale Hölzer“, so Altherr. „Wenn die Gorillas noch eine Chance haben sollen, dann müssen alle mithelfen, sonst gibt es Gorillas bald nur noch im Zoo.“

Weitere Informationen:
www.jahr-des-gorillas.de