Presseinformation: Artenschutz/Verbrauchertipp

in

Tierisch korrekte Weihnachten

Verbrauchertipps zum Fest für Wildtierfreunde

München, 10. Dezember 2009. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife appelliert an Verbraucher, bei den Festvorbereitungen darauf zu achten, dass bedrohte Arten geschont werden. „Tierfreunde sollten nur Weihnachtsgeschenke unter den Baum legen, deren Herstellung keinen ökologischen Schaden anrichtet“, sagt Pro Wildlife-Sprecherin Daniela Freyer.  Beliebte Geschenke wie Handys oder Korallenketten gefährden die Artenvielfalt ebenso wie ein Festessen mit Kaviar oder Seeaal. Darüber hinaus warnen die Tierschützer davor, exotische Haustiere wie Schildkröten, Schlangen oder Echsen zu verschenken. Stattdessen empfiehlt Pro Wildlife Tierfreunden, eine Wildtierpatenschaft zu übernehmen.


Ein vegetarisches Weihnachtsmenü – den Tieren und dem Regenwald zuliebe
Kaviar gilt als eine der teuersten Delikatessen und wird gerade an Weihnachten gern serviert. Doch die Lust auf Luxus hat die Störpopulationen mancherorts schon um 95 Prozent schrumpfen lassen: Kaviar sind die unbefruchteten Eier, die den Eierstöcken der Stör-Weibchen entnommen werden. Bereits 25 von 27 Störarten gelten als bedroht. „Auch Schillerlocke, Seeaal und Kalbsfisch sollten nicht Bestandteil des Festmahls sein“, rät Artenschützerin Freyer. „Es sind Fantasienamen für Hai – und der ist zu bedroht, als dass er auf dem Teller landen sollte.“ Die tierfreundliche Alternative: ein vegetarisches Menü – das schont auch Klima und Regenwald.

Wohin mit dem alten Handy? Zu den Gorillas!
Auch dieses Jahr werden zigtausende neuer Handys unter den Christbäumen liegen. Was viele nicht wissen: Die Produktion von Mobiltelefonen bedroht den Lebensraum der Gorillas. „In Handys steckt das seltene Roherz Coltan, für dessen Gewinnung die letzten Rückzugsgebiete der Gorillas zerstört werden“, so Freyer. „Wer dennoch ein neues Telefon geschenkt bekommt und etwas für den Tierschutz tun möchte, kann sein altes, noch funktionsfähiges Mobiltelefon für den Gorillaschutz spenden.“ Recycelt man sein altes Gerät, schützt man Gorillas gleich doppelt: Es muss weniger Coltan abgebaut werden, und der Verkaufserlös fließt direkt in den Gorillaschutz.

Kein Schmuck aus Korallen
Ein Geschenke-Dauerbrenner ist Schmuck: Wer seinen Lieben Geschmeide schenkt, sollte jedoch darauf achten, dass es nicht aus Korallen gefertigt ist. Korallen sind keine Steine, sondern Tiere, deren Überleben gefährdet ist. Mittlerweile sind die Bestände der roten Koralle so dezimiert, dass eine weltweite Handelsbeschränkung diskutiert wird. Korallen haben eine wichtige Bedeutung für das natürliche Gleichgewicht der Meere: Sie bieten Schutz und Lebensraum für unzählige Meeresbewohner.

Reptilien sind keine Haustiere
Haustiere stehen auf der Wunschliste gerade von Kindern ganz oben. Seit einigen Jahren boomen auch Reptilien. „Tiere sind kein Überraschungsgeschenk“, warnt Freyer. „Gerade Reptilien haben sehr hohe Ansprüche an Klima, Futter und Platz. Um Schildkröte und Co artgerecht zu halten, bedarf es großer Fachkunde.“ Zudem schlagen oft die laufenden Ausgaben für Terrarium, Tierarzt und Futter mehr zu Buche als das Tier selbst kostet. „Nach Weihnachten quellen die Tierheime über, weil Tiere unüberlegt verschenkt wurden“, so die Tierschützerin weiter.

Last-Minute-Geschenktipps für Tierfreunde
„Das schönste Geschenk machen Tierfreunde sich und anderen, wenn sie eine Patenschaft für ein Wildtier übernehmen“, empfiehlt Pro Wildlife-Sprecherin Freyer. „Damit unterstützen sie zum einen einzigartige Schutzprojekte, zum anderen machen sie ihren Lieben ein wirklich besonderes Geschenk“. Die Schutzprojekte von Pro Wildlife helfen Affen und Elefanten, deren Elterntiere Opfer von Wilderern wurden. Die Jungtiere würden ohne menschliche Hilfe nicht überleben. Mit den Patenschaften unterstützt Pro Wildlife unter anderem Auffangstationen, in denen die Tierkinder medizinisch versorgt und liebevoll wieder aufgepäppelt werden.