Presseinformation: Elefanten

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Elefanten-Ausverkauf

Verkauf von 108 Tonnen Elfenbein genehmigt – Artenschützer kritisieren Bundesregierung

Genf/München, 15. Juli 2008. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife kritisiert, dass der Ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) das Elfenbein-Handelsverbot weiter gelockert hat – mit aktiver Unterstützung der Bundesregierung. China als weltgrößter Schwarzmarkt für Elfenbein darf erstmals legal das „weiße Gold“ importieren. „Das heizt den Schmuggel weiter an“, kritisiert Dr. Sandra Altherr, die für Pro Wildlife an dem WA-Treffen teilnimmt. „Ebenfalls skandalös: Die EU, die nächste Woche Sanktionen gegen Simbabwe verabschieden will, machte heute der korrupten Mugabe-Regierung ein Geldgeschenk: Sie darf 3,7 Tonnen Elfenbein verkaufen, mit einem Marktwert von ca. 1,9 Mio. US Dollar.“

Der Ausschuss gab am Dienstag Nachmittag den größten Elfenbeinverkauf seit 20 Jahren frei. Botsuana, Namibia, Südafrika und Simbabwe dürfen 108 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen nach Japan bzw. erstmals auch nach China verkaufen. „Diese Entscheidung ist katastrophal. Wir befürchten, dass nun noch mehr Elefanten gewildert werden und der Elfenbeinschmuggel nach China völlig außer Kontrolle gerät“, betont Altherr. „Allein die Aussicht auf eine baldige Lockerung des Handelsverbotes ließ die Schwarzmarktpreise in Asien in jüngster Zeit explodieren“.

Gefälligkeitsgutachten der Bundesregierung für China

Pro Wildlife kritisiert, dass die Bundesregierung sich aktiv für den Elfenbeinverkauf einsetzte. Der Artenschutzorganisation wurde ein brisanter Bericht des Bundesumweltministeriums (BMU) zugespielt, der China zu Elfenbeinimporten verhelfen sollte. „Das BMU äußert in seinem Gefälligkeitsgutachten viel Sympathie für die chinesische Elfenbeinschnitzerei und betont den Verlust von Arbeitsplätzen, wenn der Elfenbein-Nachschub ausbleibt. Der massive illegale Handel wird dagegen ausgeblendet“, kritisiert Altherr. Die aktuelle Entscheidung belohnt den weltgrößten Schwarzmarkt für Elfenbein: China.

EU verhilft Simbabwe zu Elfenbeinverkauf

Der EU-Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten entscheidet am 22. Juli über Handelssanktionen gegen Simbabwe, um gegen das Regime des Diktators Mugabe vorzugehen. Dieser Entwicklung zum Trotz akzeptierten Deutschland und die EU heute die Entscheidung für den Verkauf von 3.7Tonnen Elfenbein aus Simbabwe. „In Simbabwe grassiert die Wilderei, es sind mehrfach Stoßzähne aus den staatlichen Lagern verschwunden“, berichtet die Pro Wildlife Sprecherin. „Dennoch helfen Deutschland und die EU dem Diktator seine Kassen zu füllen. Japan will bis zu 500 US Dollar pro kg Elfenbein bieten.“

Wilderei und staatliche Abschussprogramme

Seit 1989 gilt ein weltweites Elfenbeinhandelsverbot, das jedoch immer mehr aufgeweicht wird. 1999 durfte Japan erstmals 50 Tonnen Elfenbein importieren. Seit das Verbot gelockert wurde, stieg die Zahl gewilderter Elefanten in Afrika wieder deutlich an – auf derzeit etwa 20.000 Elefanten jährlich. Vor allem in West-, Zentral- und Ostafrika sind die Wildhüter den mit modernsten Waffen ausgestatteten Wilderern ausgeliefert. Nur vier Länder im südlichen Afrika profitieren vom Elfenbeinhandel –  23 andere afrikanische Staaten lehnen ihn vehement ab. Als Zugeständnis soll der Elfenbeinhandel nach dem Lagerausverkauf für neun Jahre aussetzen. „Der angebliche Handelsstopp ist eine Farce, denn die Lager sind nach dem Verkauf ohnehin leer. Wir befürchten, dass Südafrika bald den Abschuss ganzer Elefantenherden freigibt, um die Lager wieder zu füllen“, so Altherr. Ein Teil des Elfenbein, das Südafrika jetzt verkaufen darf, stammt bereits aus solch staatlichem “Culling“. Südafrika hatte erst im Mai 2008 die rechtlichen Voraussetzungen für einen neuen Massenabschuss geschaffen.