Presseinformation: Eisbären / CITES-Konferenz
EU stellt Eisbär kalt
Artenschutzkonferenz: Handelsverbot für Eisbär scheitert
München/Doha, 18. März 2010. Der Antrag der USA, den Handel mit Eisbären international zu verbieten, scheiterte heute am Widerstand der EU. Der Antrag wurde auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, englisch CITES) mit 48 Ja- und 62 Nein-Stimmen abgelehnt. „Heute ist ein schwarzer Tag für den Eisbären. Ein Handelsverbot hätte jedes Jahr Hunderten Tieren das Leben gerettet, aber die EU hat den Eisbären eiskalt abserviert“, so Daniela Freyer, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt.
Insbesondere Kanada und Dänemark, im Namen Grönlands hatten sich kategorisch gegen internationale Handelsbeschränkungen gewehrt. Nur Kanada und Grönland erlauben grundsätzlich die Jagd und Export von Eisbären. Neben den USA verbieten auch Norwegen und Russland bereits den kommerziellen Handel. Den Todesstoß versetzte dem Eisbären die EU, die bei der Konferenz einheitlich abstimmt und mit 27 Ländern einen der wichtigsten Stimmenblocks bildet: Trotzdem die USA der EU ein Kompromissangebot machte, lehnte die EU einen strengen internationalen Schutz kategorisch ab. Pro Wildlife setzt sich gemeinsam mit einer Koalition verschiedener Verbände* für den Schutz des Eisbären ein. Die Entscheidung muss kommende Woche noch im Plenum bestätigt werden.
„Allein in Kanada wurden innerhalb von fünf Jahren über 3.300 Eisbären legal abgeschossen“, berichtet Freyer. Experten gehen davon aus, dass der Eisbär in 100 Jahren aussterben könnte. „Die Jagd für den kommerziellen Handel, vor allem nach Japan und Europa, verschärft die ohnehin kritische Bedrohung durch den Klimawandel und das Abschmelzen des arktischen Eises“, so die Biologin.
Der Bestand von Ursus maritimus wird weltweit auf 20.000 bis 25.000 Tiere geschätzt. 2005 waren 25 Prozent der Bestände rückläufig, inzwischen sind es bereits über zwei Drittel der untersuchten Bestände. Dennoch werden jedes Jahr weit über 1.000 Eisbären getötet, der Großteil hiervon ganz legal in Kanada. Auch Grönland erlaubt die Jagd, in Norwegen und Russland ist sie verboten, in Russland werden viele Tiere gewildert.
„Die Eisbären sind durch den Klimawandel akut gefährdet“, so die Pro Wildlife Sprecherin. „Jedes zusätzlich abgeschossene Tier bedeutet einen unverantwortlichen Blutzoll“, so die Pro Wildlife Sprecherin. Während der Eisbär Unterstützung aus der afrikanischen und arabischen Region erhielt, war die EU mit ihren 27 Gegenstimmen der entscheidende Stimmenblock.
*Species Survival Network, Animal Welfare Institute, Defenders of Wildlife, Eurogroup for Animals, Humane Society International, International Fund for Animal Welfare, Natural Resources Defense Council.

