Presseinformation: Haie / CITES-Konferenz

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Haie gehen baden

Artenschutzkonferenz schützt Heringshaie, verweigert sieben weiteren Haiarten den benötigen Schutz

Hammerhai_in_Fischernetz(c)A_KokMünchen/Doha, 23. März 2010. Die Mitglieder des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, englisch CITES) stellten am Dienstag den Heringshai unter Schutz. Abgelehnt wurden jedoch Anträge zum Bogenstirn-Hammerhai, Glatten Hai, Großen Hai, Sandbankhai, Düsteren Hai, Weißspitzen-Hochseehai und Dornhai. „Die Bestände all dieser Haie sind mancherorts um über 90 Prozent zusammengebrochen. Wie lange wollen die Fischereinationen noch warten, bis sie einem Schutz zustimmen?“, bedauert Dr. Sandra Altherr, die für die Artenschutzorganisation Pro Wildlife an der Konferenz in Doha teilnimmt. „Wir freuen uns jedoch, dass Deutschland für sein Engagement für den Haischutz heute zumindest mit dem Heringshai-Erfolg belohnt wurde.“


Der heutige Tag bestätigt  den negativen Trend der vergangenen Woche, als die CITES-Mitgliedsstaaten bereits dem stark bedrohten Roten Thun sowie Roten und Rosa Korallen den Schutz verweigert hatten. Alle bisher getroffenen Entscheidungen müssen jedoch noch von der Vollversammlung am Mittwoch und Donnerstag bestätigt werden.

Hammerhaie: Trauriges Ende in der Haifischflossensuppe
„Bogenstirn-, Großer und Glatter Hammerhai, beliebt in Südostasien wegen ihrer großen steilen Flossen, verfehlten mit 75 Ja- zu 45 Nein-Stimmen bei 14 Enthaltungen die erforderliche Zweidrittelmehrheit“, so die Pro Wildlife Sprecherin. „Palau und USA zogen die Anträge für Sandbankhai und Düsterer Hai bereits vor der Abstimmung zurück, um die Chancen für die Hammerhaie zu verbessern.“ Hammerhaie, aufgrund ihrer markanten Kopfform unverwechselbar, kommen in tropischen Meeren vor und werden millionenfach gefangen. Ihre Flossen sind besonders groß und stark verknorpelt, was ihren Marktwert für Haifischflossensuppen erhöht. Bogenstirn- und Großer Hammerhai sind stark gefährdet.

Weißspitzen-Hochseehaie

Anschließend fanden auch Weißspitzen-Hochseehaie nicht die notwendige Unterstützung der CITES-Mitgliedsstaaten, die derzeit in Doha (Katar) tagen: In geheimer Abstimmung verfehlte auch dieser Antrag von Palau und USA mit 75 Ja- bei 51 Nein-Stimmen und 16 Enthaltungen die erforderliche Zweidrittelmehrheit! Auch diese Haiart ist in Südostasien vor allem für die Haifischflossensuppe begehrt.

Heringshai gewinnt, Dornhai verliert

Heringshaie waren die einzigen Gewinner der heutigen Debatten:  Mit 86 Ja- bei 42 Nein-Stimmen und acht Enthaltungen erhielt der Heringshai knapp die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Schlechter fiel das Ergebnis beim Dornhai aus, der als Schillerlocke und Seeaal auch in deutschen Fischtheken endet: „Mit 60 Ja- und 67 Nein-Stimmen hatte der Dornhai hier keine Chance.“ Pro Wildlife lobte die Bundesregierung für ihren konsequenten Einsatz für diese beiden stark gefährdeten Haie.

Meerestiere haben bei CITES schlechte Karten
Für das Ablehnen der Anträge für gleich sieben Haiarten hat Altherr nur eine Erklärung: „ Die Fischereinationen wollen ihre Pfründe sichern und zerstören durch den rücksichtslosen Raubbau ihre eigene künftige Grundlage. Als Blockierer des Haischutzes haben sich vor allem Japan, China, Indonesien und Singapur hervorgetan.“

Gerade Haie sind wegen ihrer geringen Fortpflanzungsrate (lange Tragezeit, Nachwuchs nur alle zwei bis drei Jahre) besonders anfällig für Überfischung. „500 Millionen Jahre konnten sich Haie in den Meeren erfolgreich behaupten – nun rottet der Mensch sie aus“, so die Pro Wildlife-Sprecherin abschließend.