Trophäenjagd auf Elefanten
Einsatz gegen die Trophäenjagd
Die Großwildjagd auf die „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel) – sie ist leider nicht mit der Kolonialzeit untergegangen, sondern noch heute ein beliebtes Urlaubsvergnügen betuchter europäischer und amerikanischer Hobbyjäger. In einigen afrikanischen Staaten ist der Abschuss bedrohter Wildtiere, darunter auch die hochintelligenten Elefanten, immer noch ganz legal.
Trophäenjagd: Wider die Natur
Die Trophäenjagd ist nicht nur aus ethischen Gründen mehr als fragwürdig, sondern auch aus ökologischer Sicht: Trophäenjäger haben es oft auf seltene Arten abgesehen und hier ausgerechnet auf die stärksten, erfahrensten und für die Arterhaltung wichtigsten Tiere. Diese widernatürliche Auslese kann fatale Auswirkungen für das Überleben einer Art haben. In einer Studie über Wildtiernutzung, Artenschutz und „nachhaltige Entwicklung“ stellt Pro Wildlife die immer wieder vorgebrachte Behauptung in Frage, die Trophäenjagd sei zugleich Entwicklungshilfe und Rettungsprogramm für bedrohte Arten. Denn an den erheblichen Profiten der Jagdreiseveranstalter werden die Menschen, die vor Ort mit den Wildtieren leben, nur minimal beteiligt – und die Tiere bleiben ganz auf der Strecke.
Simbabwe sticht unter den Ländern, die die Trophäenjagd erlauben, besonders hervor: Elefanten sind begehrte Devisenbringer für den maroden Staat. Entsprechend erteilt die Regierung nicht nur die weltweit höchsten Quoten für den Abschuss durch zahlungskräftige ausländische Jagdtouristen. Sie ist auch intensiv in den legalen wie illegalen Elfenbeinhandel verstrickt. Zusätzlich genehmigte das Regime in Simbabwe über die Jahre den Abschuss Tausender Elefanten, um sie bei „Staatsbanketts“, in Armeekasernen und Krokodilfarmen zu verfüttern. Pro Wildlife macht immer wieder die Massaker an Elefanten und anderen Wildtieren in dem südafrikanischen Land publik und fordert Konsequenzen der internationalen Staatengemeinschaft.
Protest gegen Jagd auf bedrohte Wüstenelefanten
Pro Wildlife protestierte 2008 bei der Regierung Namibias gegen Abschussgenehmigungen für die extrem seltenen Wüstenelefanten. Leider kam für fünf Elefantenbullen jede Hilfe zu spät: Sie wurden von ausländischen Trophäenjägern getötet. Ein Tier konnte jedoch gerettet werden. Und die massiven internationalen Proteste können dazu beitragen, dass Namibias Regierung die Wüstenelefanten zukünftig verschont. Denn jeder weitere Abschuss gefährdet das langfristige Überleben der Wüstenelefanten – ganz besonderen Tieren, die gelernt haben, in extremer Trockenheit zu überleben.



