Projekte

DIE BUCHT: Neues zur Delfinjagd in Japan

TheCove_Filmposter©TheCoveOscar-gekrönter Film setzt Japan unter Druck

Seit Sommer 2009 enthüllt ein Dokumentarfilm mit dem schlichten Titel DIE BUCHT (englisch THE COVE), was sich in der Bucht des japanischen Fischerortes Taiji regelmäßig abspielt: Jedes Jahr zwischen September und März werden dort bis zu 2.000 Delfine in Treibjagden gefangen: Delfintrainer suchen die schönsten Tiere für Delfinarien heraus. Die anderen Tiere werden abgeschlachtet. Das Fleisch der kleinen Meeressäuger, obwohl stark mit Giftstoffen belastet, wird in Supermärkten verkauft und an Schulkantinen verteilt. Die japanische Öffentlichkeit erfuhr bislang von all dem nichts. Doch das ändert sich nun - zumal der Film nun auch den Oscar gewonnen hat. Die grausamen Vorgänge in Taiji sorgen seither international für Aufsehen – mit sichtbaren Folgen:

Kampagne zeigt erste Erfolge

Die Delfinjagd in Japan steht nun vor einem Scheideweg. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick:

  • Ric O'Berry Louie Psihoyos Premiere Hamburg(c)Pro WildlifeJuni 2009: Der Kinostart von DIE BUCHT in den USA und Australien löst einen Aufschrei aus – In Australien kündigte der Ort Broome seine Städtepartnerschaft mit Taiji auf. Zeitgleich konfrontiert Pro Wildlife auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission die japanische Regierung mit unserem Bericht „Toxic Menu“, der die starke Belastung von Wal- und Delfinfleisch mit Giftstoffen und die hohen Gesundheitsrisiken für Verbraucher aufzeigt. 
     
  • Im Juli 2009 beginnt die japanische Regierung, Haarproben der Bewohner von Taiji einsammeln zu lassen, um sie auf Quecksilbergehalt zu untersuchen.
     
  • September 2009: Als am 9. September 2009 die ersten 100 Großen Tümmler der Saison eingekesselt wurden, suchten Vertreter von Delfinarien die 30 schönsten und kräftigsten Tiere aus – anschließend ließen die Fischer die übrigen 70 Delfine wieder frei. Ein ungewöhnlicher Vorgang, der der Anfang einer Wende sein könnte. Und tatsächlich: Seit Beginn der Delfinjagd-Saison in Japan halten sich die Fischer im Vergleich zu Vorjahren auffallend zurück: Delfine werden seither weitgehend verschont, während die Fischer jedoch weiterhin Grindwale töten. Die Gesamtzahl getöteter Tiere ist jedoch deutlich geringer als in den Jahren zuvor.
     
  • Deutschlandpremiere von DIE BUCHT©ProWildlifeOktober 2009: DIE BUCHT startet in deutschen Kinos und löst auch hier eine Protestwelle aus: 30.000 Protestkarten und fast 10.000 Protestemails gehen bei der japanischen Regierung ein. DIE BUCHT wird – gegen den Widerstand der japanischen Regierung – auch auf dem Tokio-Filmfestival gezeigt. Die Kinobesucher zeigen sich entsetzt über die Massaker. Auch japanische Medien, die zuvor das Thema ignoriert hatten, berichten nun landesweit über die Delfinjagd, die internationale Kritik an der Grausamkeit und die hohe Belastung von Delfinfleisch mit Giftstoffen. Ende Oktober erscheint in einer wichtigen japanischen Tageszeitung ein äußerst regierungskritischer Artikel, der vor der hohen Quecksilberbelastung in Delfinfleisch warnt.
     
  • November 2009: Die neue japanische Verbraucherschutzministerin wird auf einer Pressekonferenz mit dem Thema Delfinjagd und belastetes Delfinfleisch konfrontiert. Sie erhält unseren ausführlichen Report „Toxic Menu“ und verspricht, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Auf Initiative von Pro Wildlife fordert eine Allianz aus  49 Organisationen in einem offenen Brief die japanische Regierung auf, die Delfinjagd umgehend zu beenden und den Verkauf von belastetem Delfinfleisch zu verbieten – japanische Medien berichten.
     
  • Protestuebergabe_jap_Konsul©ProWildlifeIm Dezember 2009 informieren Pro Wildlife und seine Verbündeten die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Welternährungsorganisation FAO über die Giftigkeit des Delfinfleischs. Unser Datenmaterial wird nun auf einem Sondertreffen von WHO und FAO im Januar diskutiert, wodurch Japan weiter unter Druck gerät. Zeitgleich enthüllt die neue Studie des japanischen Wissenschaftlers Prof. Endo, dass die Bewohner von Taiji eine bis zu 25fach höhere Quecksilberbelastung haben, als sonst wo in Japan. Die japanischen Regierungsvertretungen in Berlin und München bekommen Tierschutzbesuch: Gleich kistenweise erhalten sie Protestbriefe gegen die grausame Jagd.

  • Im Januar 2010 erscheint in weiteren japanischen Tageszeitungen Berichte über Prof. Endos alarmierende Untersuchungsergebnisse. Somit wird die japanische Öffentlichkeit immer stärker mit diesem Thema konfrontiert. Ende Januar diskutieren Experten der Weltgesundheits- und Welternährungsorganisation erstmals die Giftigkeit von Wal- und Delfinfleisch.
     
  • Februar 2010: Die Academy Awards geben bekannt, dass "DIE BUCHT" für den Oscar 2010 nominiert ist. Die Oscar-Nominierung wird nun den Druck auf Japan nochmals erhöhen. Dabei hilft auch ein Buch des Schweizer Journalisten Hans Peter Roth, das er nach seiner Reise nach Taiji mit Ric O'Barry geschrieben hat. Und auch in Japan selbst formiert sich Widerstand: Seit Anfang Februar informiert eine japanische Website über die Gefahren einer Quecksilbervergiftung - auch Delfinfleisch spielt hier eine große Rolle. Am 11. Februar findet in Tokio eine Vorführung von "Die Bucht" statt, mit anschließender Diskussionsrunde, bei der Dr. Onozuka zur Quecksilberbelastung in Delfinen und Gesundheitsrisiken referieren wird.
     
  • Seit März 2010 ist "Die Bucht" auch als DVD erhältlich. Am 7. März wurde "Die Bucht" als bester Dokumentarfilm mit dem Oscar ausgezeichnet. Wir gratulieren dem Protagonisten Ric O'Barry und dem Regisseur Louie Psihoyos sehr herzlich - das haben sie verdient. Dank des Oscars zieht "Die Bucht"nun noch mehr internationale Aufmerksamkeit auf die blutigen Vorgänge in Taiji. Alle großen japanischen Medien berichten über "Die Bucht" und die internationale Kritik an der Grausamkeit der Delfinjagd - das allein ist schon ein großer Durchbruch.

  • Im April 2010 wird "Die Bucht" auch erstmals in einzelnen japanischen Kinos gezeigt - dank unserer japanischen Partnerorganisation ELSA, die den Film mit japanischen Untertiteln versehen ließ. Dann wird auch die japanische Öffentlichkeit über die brutalen Geschehnisse im abgelegenen Fischerort Taiji informiert. Allerdings haben die Behörden von Taiji Anwälte beauftragt, gegen die Vorführungen zu klagen.
     
  • Im Juni 2010 wollten 26 japanische Kinos "Die Bucht" vorführen. Aufgrund des massiven Drucks der japanischen Fischereilobby sind drei Kinos wieder abgesprungen. Wie sehr müssen die Fischer die Reaktion der japanischen Bevölkerung fürchten, wenn sie soweit gehen? Ende Juni untersagt ein japanisches Gericht die Demonstrationen und Drohungen der Fischer - und...
     
  • "Die Bucht" kann seit dem 3. Juli 2010 endlich in den japanischen Kinos gezeigt werden. Mit Erfolg: Viele Vorführungen sind ausverkauft, inzwischen läuft der Film in 35 Kinos, sein brisanter Inhalt wird in Japans Öffentlichkeit immer bekannter.
     
  • Am 27. August 2010 kündigt der Chef des Fischereiverbandes von Taiji, Miyato Sugimori, in einem Interview an, dass die Treibjagden auch 2010 stattfinden sollen - aller internationer Kritik zum Trotz.
     
  • Am 1. September 2010 beginnt die neue Delfinjagdsaison in Japan. Am 2. September wurden etwa 20 Tümmler in die berüchtigte Bucht getrieben, einzelne Tiere für Delfinarien ausgesucht und die übrigen Delfinen - offenbar wieder freigelassen. Auch wenn die Sozialstruktur dieser Gruppe nun stark gestört ist, haben diese Tiere eine Überlebenschance. Ein Zeichen für einen Wandel? Oder nur Taktik der Fischer, um in den ersten Wochen der Sason, wenn Medien in aller Welt nach Taiji blicken, keine Schlagzeilen zu schaffen? Die nächsten Wochen werden es zeigen... Am 11. September strahlt der TV-Sender VOX erstmals "Die Bucht" im deutschen Fernsehen aus.

Die neue japanische Regierung steht nun vor der Entscheidung, wider besseren Wissens die Gesundheit ihrer Bürger weiterhin zu gefährden oder aber der brutalen Delfinjagd ein Ende zu setzen. 

Unser Ziel ist es, die Delfinjagd in Japan endgültig zu beenden – und Sie können dabei helfen:

  1. PROTESTIEREN Sie bei der japanischen Regierung!
     
  2. SPENDEN Sie für den Delfinschutz! Nur so können wir unsere Kampagne weiterführen! 
Inhalt abgleichen