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Importverbot für illegale Tropenhölzer

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Holztransport in Kamerun©Pro WildlifeDen Raubbau an den Wäldern beenden

Mit atemberaubender Geschwindigkeit fressen sich überall in den Tropen Kettensägen durch riesige Waldlfächen. Jede Minute verschwinden 14 Hektar Wald unwiderbringlich. Pro Wildlife setzt sich dafür ein, dass der Handel mit bedrohten Baumarten weltweit beschränkt wird. Gemeinsam mit anderen Umweltverbänden kämpften wir lange für ein Importverbot von illegal geschlagenem Holz in der EU, um den Raubbau an den Wäldern zu beenden. Mit Erfolg:

Am 7.Juli 2010 verabschiedete das EU-Parlament eine Verordnung, die die Einfuhr von illegal geschlagenem Holz in die EU verbietet! Die Verordnung tritt im Frühjahr 2013 in Kraft.

Illegaler Holzeinschlag lässt Wälder verschwinden

Der illegale Holzeinschlag ist eine der größten Gefahren für die Zukunft der Wälder geworden - vor allem in den Tropen. Allein in Brasilien wird 80 Prozent des Holzes illegal gefällt, in Gabun und Papua-Neuguinea sind es jeweils 70 Prozent, in Honduras bis zu 85 Prozent, und in Kambodscha schätzen Experten den Anteil sogar auf 94 Prozent. Noch immer darf  Tropenholz aus diesen Ländern ohne jegliche Auflagen in Länder der Europäischen Union importiert werden. Zu den begehrtesten Holzarten gehören Mahagoni, Ramin, Merbau, Rosenholz, Sipo und Sapele. Auch für Palisander und Ebenholz aus Madagaskar gibt es eine große Nachfrage in Europa. Diese und viele andere tropische Harthölzer sind in den Industrieländern heiß begehrt – mit katastrophalen Folgen für die Tropenwälder und die dort lebenden Arten.

Der lange Weg zu einem EU-Holzimport-Gesetz

Pro Wildlife und andere Verbände kämpfen seit Jahren für ein strenges EU-Holzimportgesetz, das die Einfuhr illegaler Hölzer beendet. Ein zäher Prozess: 

  • 2003 beschloss die EU einen Aktionsplan zur "Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor" (englisch FLEGT, Forest Law Enforcement, Governance and Trade). Als "zahnloser Tiger" hatte dieser Plan jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Holzimporte.
  • In Deutschland scheiterten Pläne für ein Urwaldschutzgesetz, das den Verkauf illegaler Hölzer innerhalb der Republik verboten hätte:  Nach dem Regierungswechsel im Herbst 2005 wollte die große Koalition die Pläne nicht umsetzen.
  • Im Dezember 2005 trat die EU-Verordnung 2173/2005 in Kraft, nach der die EU mit einzelnen Holzherkunftsländern freiwillige Partnerschaftsabkommen verhandeln sollte. Bis heute sind gerade einmal fünf Länder (Kamerun, Indonesien, Malaysia, Ghana und der Demokratischen Republik Kongo in den Verhandlungsprozess eingetreten. Und nur mit Ghana steht seit September 2008 überhaupt ein solches bilaterales Abkommen. Für alle anderen Holzherkunftsländer ist die EU noch immer ein völlig offener Absatzmarkt für illegale Hölzer.
  • Im Herbst 2008 endlich legte die EU-Kommission einen Entwurf für ein Gesetz zur Regelung der Holzeinfuhren vor, der jedoch massive Lücken aufwies. Unter Druck der Umweltverbände und des alarmierten EU-Parlaments wurde der Entwurf nachgebessert.
  • Im Dezember 2009 verwässerten die EU-Minister den Vorschlag des Parlaments wieder.
  • Am 7.Juli 2010 endlich verabschiedete das EU-Parlament eine Verordnung, auf die man sich mit dem Rat und der Kommission geeinigt hatte. Sie verbietet den Import illegaler Hölzer in die EU - allerdings erst ab Frühling 2013. Dann müssen nicht nur Importeure nachweisen, dass Holz aus legaler Quelle stammt, sondern die gesamte Verabreitungskette. Zu den Schwachstellen der Verordnung gehört, dass sie zwar einen legalen, nicht aber einen ökologisch nachhaltigen Einschlag fordert. Zudem sind Bücher und andere Druckerzeugnisse ausgenommen.

Handelsbeschränkungen für bedrohte Baumarten

Nur wenige Baumarten sind bislang durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES) geschützt. Hierzu gehören Mahagoni (Lateinamerika), Afrormosia (tropisches Afrika) und Sandelholz (Indien). Für diese Arten gelten weltweite Handelsbeschränkungen. 2004 konnten Pro Wildlife und andere Artenschützer erreichen, dass auch Ramin unter Schutz gestellt wurde. Dieser wertvolle Baum wächst ausgerechnet in den letzten Rückzugsgebieten der Orang-Utans auf Sumatra und Borneo. Pro Wildlife setzt sich dafür ein, dass noch weitere gefährdete Hölzer international geschützt werden.

Umweltsiegel: Sicherheit für Verbraucher?

Viele Holzprodukte in Baumärkten oder Möbelhäusern tragen sog. "Ökosiegel", die eine naturverträgliche Herkunft ausweisen sollen. Doch Siegel wie "aus staatlich betriebener Forstwirtschaft" oder "aus kontrollierter Holzwirtschaft" haben keine Aussagekraft. Das Zertifikat MTCC der Regierung Malaysias wird von unabhängigen Organisationen ebenso kritisiert wie das Label PEFC. In beiden Fällen ist sogar Kahlschlag in Urwäldern nicht auszuschließen. Viele Kunden glauben, Produkte "aus Plantagenwirtschaft" seien unbedenklich, da sie ja eigens angebaut würden. Doch Plantagen sind triste Monokulturen, in denen nur wenige Arten überleben können. Und noch immer werden Wälder abgeholzt, um neue Plantagen anlegen zu können. Selbst das häufig gelobte Siegel FSC (Forest Steward Council) gibt keine wirkliche Sicherheit: Noch immer ist Vieles in FSC-zertifizierten Einschlagsgebieten und Firmen im Argen. Und FSC-Artikel dürfen – je nach Produkt – bis zu 82,5 Prozent aus nicht-FSC-Quellen kommen und trotzdem das Siegel tragen (weitere Infos finden Sie in unserem Bericht "Affenschande" zu den Folgen des Tropenholzhandels).

Pro Wildlife empfiehlt deshalb umweltbewussten Verbrauchern: Greifen Sie zu Produkten aus heimischen Hölzern wie Ahorn, Buche, Eiche, Fichte, Lärche etc.. Wenn sich die Holzart nicht identifizieren lässt: Im Zweifelsfall lieber Finger weg!

Wald & Klima

Moyobamba, Peru©Pro WildlifeWaldschutz ist Artenschutz

Wildtiere brauchen intakte Lebensräume. Biologische Schatzkammern zu bewahren ist uns daher ein großes Anliegen. Mit Schutzzonen und der Renaturierung gerodeter Flächen bietet Pro Wildlife Wildtieren wie Wollaffen, Anden-Springaffen und Gelbbrustaras im Amazonasbecken eine Zuflucht. In Zentralafrika bewahren wir eines der letzten Rückzugsgebiete für die seltenen Cross-River-Gorillas.
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Regenwaldschutz vor Ort

Wollaffe kletternd in Tarangue, Peru©N.Starnick

Lebensraum für seltene Tierarten

Pro Wildlife und sein Projektpartner Ikamaperu haben sich zum Ziel gesetzt, den Lebensraum seltener Affen und anderer Wildtiere im Amazonasgebiet zu erhalten. In der Pufferzone des Pacaya Samiria National Reserve im Amazonas konnten wir bereits über 20.000 Hektar Primärwald langfristig unter Schutz stellen und damit  seltenen Tierarten ihren Lebensraum bewahren. Lesen Sie mehr... 

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Westliche Gorillas©I.RedmondBienen sollen Gorillas retten

Im Kagwene-Schutzgebiet im Südwesten Kameruns leben die letzten Vertreter einer äußerst seltenen Art: Von den dort heimischen Cross-River-Gorillas gibt es weniger als 300 wildlebende Exemplare. Die laut Roter Liste der IUCN vom Aussterben bedrohte Unterart des Westlichen Gorillas lebt nur noch im Grenzgebiet zwischen Kamerun und Nigeria. Lesen Sie mehr...

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Wald- und Klimaschutz-Kampagnen

Orang--Utan in Indonesien©EIA

Finger weg von Tropenholz

Alle großen Menschenaffen leiden unter den Folgen der ungebremsten Abholzung. Pro Wildlife gibt in dem Einblick in die zerstörerische Holzwirtschaft in Indonesien, Malaysia, Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo. Und rät Verbrauchern, auf Produkte aus tropischem Holz zu verzichten. Lesen Sie mehr...

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Sonnenuntergang©A.GabanyiUrlaubsaktion Klimaschutz

Ihre Urlaubsreise zum Schutz der Gorillas! Reisen bildet, entspannt – und belastet das Klima. Mit Hilfe unseres Klimarechners können Sie die durch Ihren Flug oder Ihre Autofahrt verursachte CO2-Emission ermitteln und für den Schutz des Gorillawaldes im Kagwene-Schutzgebiet spenden. Lesen Sie mehr...

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Recycling-Toilettenpapier©Pro Wildlife

Aktion Recycling-Papier

Mit 235 kg pro Kopf und Jahr gehört Deutschland weltweit zu den Spitzenreitern im Papierverbrauch. Leider ist die Nachfrage nach Recyclingpapier hierzulande drastisch zurückgegangen. Das recycelte Papier wird exportiert, während eigens gefällte Bäume importiert werden. Die sechs hartnäckigsten Gerüchte rund ums Recyclingpapier und was dahinter steckt. Lesen Sie mehr...

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Holztransporter in Kamerun©Pro Wildlife

Importverbot für illegales Tropenholz

Überall in den Tropen fressen sich Kettensägen rasend schnell durch riesige Waldlfächen. Jede Minute verschwinden 14 Hektar Wald unwiderbringlich. Pro Wildlife kämpft für weltweite Handelsbeschränkungen für bedrohte Baumarten. Und ein Importverbot illegal geschlagener Hölzer in die Europäische Union, um den Raubbau an den Wäldern zu beenden. Lesen Sie mehr...

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Aktion Recycling-Papier

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Recycling-Toilettenpapier©Pro WildlifeFrischfaser oder Recyclingpapier?

Mit 235 kg pro Kopf und Jahr (Tendenz steigend) gehört Deutschland neben Japan und den USA zu den Spitzenreitern im Papierverbrauch. Leider ist parallel dazu die Nachfrage nach Recyclingpapieren in Deutschland drastisch zurückgegangen. Dabei wird bei uns mehr Altpapier wieder recycelt als anderswo – nur eben nicht verbraucht. Und so entwickelt sich umweltfreundliches Recyclingpapier zum deutschen Exportschlager, während weiterhin Frischfaser (sprich eigens gefällte Bäume) und Zellstoff fragwürdiger Herkunft importiert werden.

Herkunft unseres Papiers

Wo kommen unser Papier und Zellstoff her? Drei Beispiele zeigen, welche verheerenden Folgen für Mensch & Umwelt die Herstellung von Zellstoff- und Frischfasern nach sich ziehen kann:

Indonesien: Papier aus Indonesien wird insbesondere als billiges Schreib- und Kopierpapier im deutschen Handel angeboten. Nirgendwo anders auf der Welt schwindet der Wald so schnell wie dort. Einst das Land mit dem drittgrößten Vorkommen tropischen Regenwaldes, wurde in Indonesien innerhalb der letzten 50 Jahre ein Viertel der Landesfläche entwaldet. Insbesondere auf Sumatra zerstören große Papier- und Zellstoffkonzerne in atemberaubendem Tempo den Lebensraum der Orang-Utans, verschmutzen das Grundwasser und treten Menschenrechte mit Füßen.

Braunbär©Pro WildlifeFinnland: Im waldreichsten Land der EU sind gerade einmal fünf Prozent der Urwälder noch erhalten. Etwa die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Papiers stammt aus den skandinavischen Wäldern und Forsten, und so lastet ein enormer Druck auf diesen letzten Natureservaten. Diese sind die letzten Refugien von Braunbär, Luchs und Auerhuhn. Mit über 1.200 Arten höherer Pflanzen, 1.000 Flechten und 800 Moosen beherbergen die finnischen Nadelwälder eine einzigartige Flora.

Kanada: Das waldreichste Land ist Rekordhalter im Zellstoff- und Papierexport: Etwa 20 Prozent der deutschen Zellstoffimporte stammen aus Kanada. Umso erschütternder ist die Tatsache, dass 90 Prozent des Einschlags dort in Urwäldern statt finden. der Lebensraum von Bär, Wolf und Weißkopfseeadler ist bereits zu 42 Prozent vernichtet worden. Und der Raubbau geht weiter - selbst vor den letzten großen zusammenhängenden Schutzgebieten wie dem Great Bear Rainforest, der Heimat der Grizzly-Bären, machen die Kettensägen nicht halt.

Gerüchte rund ums Recyclingpapier – und was wirklich dahinter steckt

In Deutschland wird mehr Altpapier zur Produktion von Verpackungen, Hygiene- und grafischen Papieren wieder recycelt als anderswo – nur leider nicht verbraucht, sondern exportiert. Gründe hierfür gibt es keine, weder ist RC-Papier minderwertig, unhygienisch noch ruiniert es Bürogeräte. Einziges Problem: Oft werden Schulhefte, Schreibblöcke aus Recyclingpapier und Toilettenpapier oder Taschentücher aus einer umweltfreundlichen Herstellung erst gar nicht angeboten. Finden Sie keine Papier- und Zellstoffprodukte mit Umweltsiegel in Ihrem Schreibwarenladen oder Drogeriefachmarkt, so fragen Sie nach. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot!

Hier finden Sie Informationen über Umweltsiegel, den Einsatz und die Herstellung von Recyclingpapier - bitte nur auf RC-Papier ausdrucken!

Umwelttipps für Schüler

Mit dem Motto "Schüler nehmen das Heft in die Hand" appelliert Pro Wildlife an Eltern und Schüler, beim Kauf von Schulmaterialien an die Umwelt zu denken. Allein in Deutschland werden jährlich fast 200 Millionen Schulhefte verbraucht – über 90 Prozent dieser Hefte sind jedoch aus Frischfasern. Noch vor 20 Jahren schrieben 70 Prozent der Schüler auf Umweltpapier. Doch mittlerweile ist der Anteil von Schulheften aus RC-Papier auf nur noch fünf bis zehn Prozent gefallen.

Nicht nur Schüler und Eltern sind beim Kauf von Schulmaterialien gefragt: Auch Lehrer und die Schulleitung sollten mit gutem Beispiel voran gehen und auf Recyclingpapier umstellen. Projekttage und Unterrichtseinheiten rund um das Thema Papier können helfen, das Bewusstsein der Schüler für den Schutz der Wälder zu fördern.

Haben Sie Anregungen oder Ideen, oder möchten Sie selbst an Ihrer Schule eine Waldschutz-Aktion ins Leben rufen? Schreiben Sie uns Ihre Nachricht!

Regenwälder erhalten

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Orang-Utan in Indonesien©EIAFinger weg von Tropenholz

Schimpansen und Drills in Kamerun, Gorillas und Bonobos in der Demokratischen Republik Kongo, Nasenaffen und Orang-Utans in Indonesien und Malaysia: Alle diese Affen leiden direkt unter den Folgen des ungebremsten und oft illegalen Holzeinschlags. Und sie sind Stellvertreter für eine immense Artenvielfalt, die mit ihnen zu verschwinden droht – vom Waldelefanten in Westafrika bis hin zum Jaguar in Südamerika. Eine Schlüsselrolle beim Rückgang der Primaten spielt der Tropenholzhandel, der nach den Boykottaufrufen der späten 80er Jahre inzwischen in Deutschland wieder "salonfähig" geworden ist. Kaufhäuser, Möbelläden, Gartencenter und Baumärkte locken mit günstigen Angeboten an Gartenmöbeln, Bilderrahmen, Türen oder Parkettböden. Die Kunden haben die Wahl zwischen Meranti, Iroko, Yellow Balau oder Sipo - kaum jemand weiß jedoch, was sich dahinter verbirgt. Der Pro Wildlife-Bericht "Affenschande - Die Vernichtung der Tropenwälder und die Folgen für Primaten" gibt Einblick in eine unüberschaubare Menge an Ökosiegeln, mit denen die Verbraucher verwirrt werden. Darüber hinaus zeigt der Bericht, welche Folgen der systematische Raubbau an tropischen Regenwäldern in Asien und Afrika für die Menschenaffen hat.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick

SOS für Affen: Alle sechs Menschenaffen-Arten (Sumatra- und Borneo Orang-Utan, Schimpanse, Bonobo, Westlicher und Östlicher Gorilla) sowie zahlreiche weitere hoch bedrohte Primaten (z.B. Nasenaffen, Drills, Preuss-Meerkatzen) leiden direkt an den Folgen des ungebremsten Holzeinschlags. 

Holzeinschlag und Wilderei sind eng miteinander verflochten: Wilderer nutzen die Erschließung unzugänglicher Waldgebiete durch die Holzfällerstraßen. Sie versorgen die Holzfällercamps mit Fleisch, vielerorts sind Affen die bevorzugte Beute. Das gewilderte Fleisch wird mit Holztrucks zu den Absatzmärkten in den Städten transportiert.     

Unkritische Kunden: Laut einer Umfrage von Pro Wildlife hielten fast 60 Prozent der Befragten das FSC-Zertifikat für glaubwürdig.  Etwa 41 Prozent vertrauten der Angabe „Kontrollierter Plantagenanbau“. Mit Ausnahme von Teak und Mahagoni wissen die Kunden meist  nicht, welche Hölzer aus den Tropen kommen. Balau, Iroko oder Meranti werden nicht als Tropenhölzer erkannt, Produkte entsprechend unkritisch gekauft.     

Plantagen sind keineswegs ökologisch unbedenklich, sondern haben häufig dramatische Auswirkungen auf die Umwelt: Primärwälder werden eigens für Plantagenanlagen gerodet, Monokulturen laugen die nährstoffarmen Tropenböden aus. Hoher Pestizid-Einsatz belastet das Grundwasser, schnell wachsende tiefwurzelnde Kulturpflanzen (wie z.B. Eukalyptus) senken den Grundwasserspiegel.    

Das von einigen Umweltverbänden und der Bundesregierung unterstützte FSC-Zertifikat ist kein zuverlässiger Schutz für Tropenwälder: Holzeinschlag darf sogar in Primärwäldern erfolgen, bis 30 Prozent des Holzes eines FSC-Produktes darf aus nichtzertifizierten Quellen stammen, bei Produkten aus Holzfasern und –Chips sogar bis zu 82,5 Prozent. FSC steht zudem unter Erfolgsdruck, Marktanteile zu gewinnen. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang auch, dass immer wieder Holzfirmen mit illegalen Rodungsaktivitäten das FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) erhalten.      

Deutschland ist mit geplanten 125 Millionen Euro pro Jahr weltweit führender Geldgeber für Tropenschutzprojekte. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Gelder fließt bislang auch in die Weiterentwicklung des FSC-Siegels sowie in Entwicklungshilfeprojekte in ökologisch hochsensiblen Gebieten.

Fazit der Studie: Umweltbewusste Verbraucher vertrauen auf Ökosiegel, obwohl es derzeit kein zuverlässiges Label gibt, das die Naturverträglichkeit eines Tropenholzproduktes gewährleisten kann.

 

 

Regenwaldschutz in Peru

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Wollaffe kletternd©N.StarnickLebensraum für seltene Tierarten

Das Projekt Ikamaperu wurde ins Leben gerufen, um seltene Affen und andere Wildtiere und ihren Lebensraum zu schützen. Pro Wildlife unterstützt das Projekt seit 2004. Neben dem Affenwaisenhaus in Tarangue (Provinz Moyobamba) betreiben wir gemeinsam aktiven Waldschutz im Südwesten Perus, um den Lebensraum zahlreicher seltener Tierarten zu erhalten und für die Affen einen sicheren Platz zu haben, an den sie ausgewildert werden können. Mitten im Einzugsgebiet des Amazonas sichern wir gemeinsam mit unserem Projektpartner 20.000 Hektar Primärwald mit einer einzigartigen Biodiversität.  Durch Aufklärungs- und Umweltbildungkampagnen und durch die Förderung einer Baumschule wird die lokale Bevölkerung in die Projekte einbezogen und dazu bewegt, den Schutz ihrer wertvollen Naturreichtümer selbst in die Hand zu nehmen.

Schutzgebiet nahe Lagunas, Peru©IkamaperuDas Pacaya-Samiria-Schutzgebiet

Perus größtes Naturschutzgebiet, das über zwei Millionen Hektar große Pacaya Samiria National Reserve beherbergt zahlreiche seltene Säugetierarten, darunter viele Affen und Nagetieren. Insbesondere die Fauna der Gewässer ist eine biologische Schatzkammer: Hier finden seltene Arten wie der Schwarze Kaiman und der Amazonas-Delfin Zuflucht. Die zentrale Lage des Schutzgebietes im peruanischen Amazonasgebiet und die immense Ausdehnung gewährleisten den Schutz ganz unterschiedlicher Ökosysteme, wobei die teilweise überfluteten Wälder ein besonders wertvolles Biotop darstellen. Die immergrünen Wälder mit seltenen Mahagoni-Arten, Buritie-Palmen und der Steinnuss-Palmen beherbergen Papageienschwärme, seltene Pekaris und Tapire. Rings um das Schutzgebiet erstreckt sich eine Pufferzone, die den Druck durch menschliche Aktivitäten (wie Landwirtschaft, Jagd und Abholzung) auf den Park selbst verhindern soll. Im Nordwesten des Pacaya-Samiria-Schutzgebietes, nahe der Stadt Lagunas, sichern Pro Wildlife und Ikamaperu 54 Hektar wertvollen Regenwaldes – der Kauf des Landes wurde finanziert dank eines Spendenlaufes des Tübinger Uhland-Gymnasiums. Weitere 18.000 Hektar sollen durch eine langfristige Konzession sicher gestellt werden. Die Bevölkerung vor Ort erhält als Gegenleistung für ihre Hilfe, die Affen und Wälder zu schützen, Unterstützung für den Erhalt ihrer Kultur und Bildungsmöglichkeiten. 

 

 

 

 

 

 

Waldschutz ist Klimaschutz

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Sonnenuntergang©A.GabanyiReisen ohne (Klima-)Reue

Reisen bildet, entspannt – und belastet das Klima. Ihre Urlaubs- oder Dienstreise trägt durch den C02-Ausstoß zum Treibhauseffekt bei. Ermitteln Sie mit Hilfe unseres Klimarechners die CO2-Emission Ihrer Reise und spenden Sie "als Wiedergutmachung" für unser Waldschutzprojekt.

Klimarechner: So einfach geht's:

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2. Schritt: Berechnung

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Hintergründe: Klimawandel als Artenkiller

Laut UN-Weltklimarat (IPCC) wird der Klimawandel schon bald verheerende Konsequenzen für das Leben auf der Erde haben. Je mehr CO2ausgestoßen wird und je schneller damit die Temperaturen steigen, umso mehr Tier- und Pflanzenarten werden unwiederbringlich ausgerottet. Wissenschaftler und Politiker sind alarmiert. Während Wirtschaft und Politik viel zu langsam agieren, überdenken viele Menschen ihr persönliches Konsumverhalten, um ihren persönlichen Beitrag zur Senkung der CO2-Emission zu leisten.  

Klimarechner: Ihr Beitrag zum Klima- und Artenschutz

Flüge und Autofahrten verursachen CO2-Emissionen – das ist Fakt. Mit unserem Klimarechner machen Sie Ihre Reise nicht klimaneutral, aber Sie sorgen für einen ökologischen Ausgleich. Pro Wildlife fördert mit dem Erlös aus dem Klimarechner Projekte, die Wälder mit hochbedrohten Arten schützen. Aktuell ist dies der Erhalt des Gorilla-Waldes im Kagwene-Schutzgebiet im Südwesten Kameruns. Dort leben u.a. die vom Aussterben bedrohten Cross-River-Gorillas.

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