München / Abuja / Jaunde / Lusaka / Monrovia, 4. Juli 2023. Der diesjährige Weltzoonosentag am 6. Juli 2023 steht unter dem Motto „Eine Welt, eine Gesundheit: Verhindert Zoonosen!“. Im Rahmen dieses Aktionstages will Pro Wildlife Wege aufzeigen, um die Risiken für die Übertragung von Zoonosen und die Ausbreitung als Pandemie zu reduzieren.
In vier afrikanischen Ländern (Nigeria, Kamerun, Sambia und Liberia) führt die Tier- und Artenschutzorganisation in einem innovativen Bildungsprojekt gemeinsam mit lokalen Wildtier-Auffangstationen Aufklärungsarbeit zu den Gesundheitsrisiken durch den Konsum von „Buschfleisch“ durch. So werden Zoonosen-Ausbrüche wie Ebola, Anthrax, Marburg-Fieber oder M-Pocken (früher als „Affenpocken“ bezeichnet) mit dem Verzehr von Affenfleisch & Co. in Verbindung gebracht. „Unser Bildungsprojekt in Afrika ist ein Beispiel dafür, wie wir durch Aufklärung und Bildung einen positiven Einfluss auf die Gesundheit von Mensch und Tier haben können“, erläutert Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife.
Zoonosen & „Buschfleisch“
Zoonosen sind Krankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Sie stellen eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar und können zu pandemischen Ausbrüchen führen. „Die Corona-Pandemie, die aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Ursprung auf einem Wildtiermarkt in China hat, verdeutlicht die enormen Risiken. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, das Bewusstsein für die Ursachen und Folgen von Zoonosen zu schärfen“, betont die Biologin Altherr. „In Afrika ist der sogenannte Buschfleischhandel, also der Verzehr von etwa Affen, Nagern, Fledermäusen oder Huftieren, eine der größten Risikoquellen für die Übertragung von Zoonosen.“
In Kooperation mit lokalen Gemeinden und Bildungseinrichtungen führt Pro Wildlife Aufklärungsprogramme durch, um das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Tier- und Menschengesundheit zu fördern. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Risiken des Buschfleischkonsums zu stärken und alternative, nachhaltige Ernährungsmöglichkeiten aufzuzeigen. „Über die enge Zusammenarbeit mit Auffangstationen in Afrika, die überlebende Tiere des Wildfleischhandels retten und für eine Wiederauswilderung vorbereiten, können wir direkt die lokale Bevölkerung erreichen“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.
Lokale Aufklärung und globale Vernetzung
Die beteiligten Auffangstationen in Liberia, Nigeria, Kamerun und Sambia fokussieren ihre Aufklärungsarbeit auf Führungen (mit zehntausenden Besuchern jährlich), Vorträge in Schulen und Universitäten sowie Plakatkampagnen und Radiosendungen. Gefördert wird die Kampagne durch die GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit). Pro Wildlife ist zudem Mitglied der Internationalen Allianz gegen Gesundheitsrisiken durch den Wildtierhandel, die von der GZI geleitet wird. Sie wurde 2020 in Reaktion auf die Corona-Pandemie von Bundesgesundheits- und Bundesumweltministerium ins Leben gerufen und hat mittlerweile mehr als 90 Forschungsinstitute und Non-Profit-Organisationen als Mitglieder. „Die Allianz hat zum Ziel, die Erkenntnisse der Wissenschaft in die praktische Aufklärungsarbeit zu übersetzen und sie so in die Lebensrealität der Menschen vor Ort zu bringen,“ so Altherr.
Ein Webinar aller Projektpartner findet am Samstag von 13.00 bis 14.00 Uhr (in englischer Sprache) statt und steht allen Interessierten offen.
Hintergrundinfos:
>> zum Pro Wildlife Projekt
>> zum Projekt auf der Website der International Health Alliance
>> Webinar (Samstag, 8. Juli, 13.00-14.00)