Jagd, Wilderei und Lebensraumverlust
Der Löwe (Panthera leo) ist die sozialste aller Katzenarten. Löwen leben meist in Rudeln aus vier bis zwölf verwandten Weibchen mit ihren Nachkommen und ein oder zwei Männchen zur Revierverteidigung. Die Größe der von Löwenrudeln beanspruchten Reviere können selbst innerhalb einer Region stark variieren. Je nach Größe des Löwenrudels und je nach Beuteangebot kann ein Löwenrudel ein Gebiet von 20 bis 4.000 Quadratkilometern beanspruchen.
- Status: Gefährdet
- Population: 23.000
- Lebensraum: Savanne, Busch- und Grasland, Wüste und tropischer Regenwald
Afrikanische und Asiatische Löwen
Löwen kommen insgesamt in 26 Ländern vor, in mindestens 27 afrikanischen und asiatischen Ländern bzw. 92% ihres historischen Verbreitungsgebietes sind sie bereits ausgestorben, möglicherweise auch in sechs weiteren. Ursprünglich waren Löwen in ganz Afrika, auf der arabischen Halbinsel sowie in Teilen Asiens verbreitet. Außerhalb Afrikas leben heute nur noch in Indien etwa 670 Tiere.
Bisher unterschieden Wissenschaftler zwischen Afrikanischem und Asiatischem (bzw. Persischem oder Indischem Löwen). Heute wird diskutiert, dass die Tiere in Indien, Nord- West- und Zentralafrika einer Unterart angehören (Panthera leo leo) und diejenigen in Süd- und Ostafrika einer anderen Unterart (Panthera leo melanochaita).
Löwen jagen im Rudel
Löwen sind nachtaktiv und jagen meist im Schutz der Dämmerung oder Dunkelheit. Löwen sind keine besonders schnellen oder ausdauernde Läufer, jedoch Meister im Anschleichen. Sie nutzen jede Form der Deckung, um sich ihrer Beute unbemerkt zu nähern, bevor sie schließlich in einem kraftvollen Sprint losschlagen. Da Löwen im Rudel jagen, können sie Beutetiere reißen, die deutlich größer sind als sie selbst.
Löwen fressen vor allem größere Tiere, wie beispielsweise Büffel, Gnus, und Zebras, aber ausnahmsweise können auch einzelne, junge Elefanten oder Giraffen auf ihrem Speiseplan stehen. Zudem fressen Löwen Aas und können auch anderen Raubtieren, wie Tüpfelhyänen, die Beute stehlen. Entgegen der vorherrschenden Meinung, dass männliche Löwen vom Jagderfolg der Weibchen profitieren, jagen männliche Tiere selbst häufig und erfolgreich.
Männchen, die noch kein eigenes Rudel erobert haben, leben und jagen häufig in Junggesellengruppen. Männliche Löwen haben eine Mähne, die sie größer und imposanter erscheinen lassen, als sie in Wirklichkeit sind. Wenn die männlichen Nachkommen die Geschlechtsreife erreicht haben, verlassen sie ihr Rudel, um ein eigenes zu erobern. Bei der Paarung beißen Männchen den Weibchen in den Nacken; die dann still halten. Die Beiden paaren sich bis zu 40 Mal pro Tag über einen Zeitraum von etwa fünf Tagen. Die Jungtiere haben dunkle Flecken auf ihrem Fell; so sind sie in der Savanne besser getarnt.
Löwenbestände dezimiert
Afrikas Löwenbestände haben dramatisch abgenommen: In 21 Jahren (1993 – 2014) sind die Bestände um 43 Prozent gesunken. In West- und Zentralafrika war der Rückgang am stärksten. Und der Bestandsrückgang setzt sich bis heute weiter fort. Die neueste Schätzung von 2023 beläuft sich auf nur noch 23.000 Tiere. Verantwortlich dafür sind der Verlust an Lebensraum, Tötungen wegen Konflikten mit der Viehzucht, Mangel an Beutetieren und Wilderei für den Handel mit Körperteilen. In zahlreichen Ländern (Botswana, Namibia, Tansania, Simbabwe, Kamerun, Sambia) hat zudem die Trophäenjagd zum Rückgang der Populationen beigetragen. Löwen gehören zu den beliebtesten Trophäen bei der Großwildjagd – Hunderte Tiere werden jedes Jahr abgeschossen, teils in freier Natur, teils in umzäunten Jagdfarmen. In den letzten Jahren hat zudem der Handel mit Löwenknochen für die Traditionelle Asiatische Medizin stark zugenommen – als Ersatz für Tigerknochen, die einem internationalen Handelsverbot unterliegen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich zukünftig wahrscheinlich auch der Klimawandel negativ auf die Art auswirken wird.
Das tut Pro Wildlife
Pro Wildlife kämpft gegen den Abschuss von Löwen für Jagdtrophäen sowie die Zucht für Handel mit Knochen, Fellen und anderen Körperteilen. Wir setzen uns mit Erfolg für bessere internationale Schutzbestimmungen und eine Beschränkung des internationalen Handels ein. In mehreren afrikanischen Ländern unterstützt Pro Wildlife Initiativen gegen illegalen Handel mit Raubkatzen und anderen bedrohten Arten.
Seit 2021 setzt sich Pro Wildlife gemeinsam mit dem SAVE Wildlife Conservation Fund im Projekt „SAVE Lions – Leben mit Löwen“ für den Löwenschutz in Botswana ein.

Einsatz gegen Trophäenjagd
Pro Wildlife setzt sich dafür ein, dass Jagdreise-Angebote und die Einfuhr der Trophäen endlich verboten werden. Wir konnten bereits wichtige Meilensteine erzielen: In immer mehr Ländern werden Trophäen-Verbote diskutiert, auch das Europäische Parlament unterstützt unsere Forderung nach einem EU-weiten Verbot.

Löwenschutzprojekt in Botsuana
Das Dorf Quqao am Rande des Okavango-Deltas ist ein Hotspot für Löwentötungen. Hier wurde 2021 das Schutzprojekt „SAVE Lions“ gestartet. Zusammen mit den Gemeindemitgliedern werden Konfliktsituationen analysiert, Löwen-Ranger eingestellt und Lösungsansätze entwickelt. Das Pilotprojekt ist Vorbild für sechs weitere Gemeinden im Projektgebiet.

Wildnis im Wohnzimmer
Löwen auf der Couch oder im Hinterhof: Was wie ein schlechter Filmtitel klingt, ist bittere Realität. Wildtiere als Haustiere zu halten, liegt im Trend und Deutschland gehört weltweit zu einem der größten Absatzmärkte. Hunderttausende Wildtiere sind in deutschen Haushalten zu finden, unter anderem auch Löwen. Pro Wildlife klärt über die Missstände auf und setzt sich für strikte Beschränkungen und Regulierungen des Handels und der Privathaltung von Wildtieren ein.

Löwen im Zirkus
Bis heute gehören Löwen in deutschen Zirkussen noch immer zum Programm. Tierschutzwidrige Dressurmethoden, ständige Transporte und ein Leben in engen, kargen Käfigen sind für Löwen eine Qual und mit enormem Stress verbunden. Deutschland ist das letzte Land in der EU, dass weiterhin die Zurschaustellung von Wildtiere in Zirkussen uneingeschränkt erlaubt. Pro Wildlife setzt sich für wildtierfreie Zirkusse ein.

Tierschutzfallen im Urlaub
Weltweit werden Wildtiere als Touristenattraktionen missbraucht. Löwenjunge werden direkt nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt, um den Rest ihres Lebens ausgebeutet zu werden: Als Touristen-Attraktion, lebendes Ziel für die Trophäenjagd und Lieferant von Körperteilen für die Traditionelle Medizin. Pro Wildlife klärt über die Vielzahl der Tier- und Artenschutzprobleme im Tourismus auf und setzt sich für den besseren Schutz von Löwen ein.

Unsere politische Arbeit
Pro Wildlife setzt sich für einen besseren gesetzlichen Schutz von Löwen und anderen bedrohten Arten ein. Wir dokumentieren Ausmaß und Folgen des Tierhandels, der Wilderei und der Trophäenjagd. Im direkten Austausch mit Politiker*innen und auf internationalen Konferenzen setzen wir uns für für Handelsverbote bzw. -beschränkungen ein.
Als Löwenpat*in bzw. mit einer Spende helfen Sie
- ein Ende der Trophäenjagd voranzutreiben
- internationale Schutzgesetze zu verbessern
- Initiativen gegen Handel und Privathaltung von Raubkatzen zu unterstützen
- die friedliche Koexistenz von Menschen und Löwen zu fördern
- in Afrika nachhaltige Bildungs- und Aufklärungsarbeit für den Löwenschutz zu betreiben